Murph-Workout richtig angehen - Ablauf, Aufteilung und Skalierung

Mann mit Bart läuft mit einer schwarzen Gewichtsweste, bereit für ein hartes Murph Workout.

Geschrieben von

Franco Bartels

Veröffentlicht am

20. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

Wenn aus zwei Läufen und drei einfachen Körpergewichtsübungen plötzlich eine der härtesten CrossFit-Herausforderungen wird, liegt das an der enormen Gesamtmenge. Das Murph-Workout verbindet Ausdauer, Zug- und Druckkraft sowie mentale Belastbarkeit und lässt sich trotzdem an das eigene Leistungsniveau anpassen. Ich zeige, wie der Ablauf funktioniert, welche Aufteilung sinnvoll ist, wie Anfänger einsteigen und welche Fehler die Einheit unnötig riskant machen.

Die wichtigsten Fakten zum Murph-Workout auf einen Blick

  • Originalablauf: 1 Meile laufen, 100 Klimmzüge, 200 Liegestütze, 300 Kniebeugen und erneut 1 Meile laufen.
  • Gesamtumfang: 3.218 Meter Laufen plus 600 Wiederholungen mit dem eigenen Körpergewicht.
  • Übliche Aufteilung: 20 Runden mit jeweils 5 Klimmzügen, 10 Liegestützen und 15 Kniebeugen.
  • Zusatzgewicht: Erfahrene Athleten nutzen eine Weste mit etwa 6,4 oder 9,1 Kilogramm.
  • Für Einsteiger: Weniger Wiederholungen, Ring Rows, erhöhte Liegestütze und kürzere Laufstrecken sind sinnvoll.

Mann mit Gewichtsweste macht einen tiefen Squat, bereit für den Murph Workout.

Was das Murph-Workout so besonders macht

Das Murph-Workout ist ein sogenanntes Hero-WOD, also ein CrossFit-Training zu Ehren eines gefallenen Soldaten. Es erinnert an den US Navy SEAL Lieutenant Michael Murphy und wurde 2005 als offizielles CrossFit-Workout veröffentlicht. Für mich ist dieser Hintergrund wichtig, weil die Einheit nicht nur als sportlicher Wettbewerb verstanden werden sollte.

Die Herausforderung entsteht weniger durch eine einzelne komplizierte Übung als durch die Kombination aus zwei Läufen und 600 Wiederholungen. Schultern, Arme und Beine arbeiten über lange Zeit weiter, obwohl die Muskulatur bereits ermüdet ist. Genau deshalb fühlt sich die zweite Meile oft deutlich schwerer an als die erste.

Der klassische Ablauf

Abschnitt Umfang
Erster Lauf 1 Meile beziehungsweise etwa 1.600 Meter
Klimmzüge 100 Wiederholungen
Liegestütze 200 Wiederholungen
Kniebeugen 300 Wiederholungen ohne Zusatzgewicht
Zweiter Lauf 1 Meile beziehungsweise etwa 1.600 Meter

Die Einheit wird auf Zeit absolviert. Die drei Übungen in der Mitte dürfen in kleinere Sätze geteilt werden. Wer die vorgeschriebene Variante mit Gewichtsweste macht, sollte sie nur verwenden, wenn Technik und Belastbarkeit bereits sicher vorhanden sind.

So führst du die einzelnen Übungen sauber aus

Ein schneller Durchgang mit unsauberen Wiederholungen ist kein guter Durchgang. Ich würde beim Murph-Workout immer zuerst die Bewegungsqualität sichern und erst danach versuchen, die Pausen zu verkürzen. Das schützt nicht automatisch vor Verletzungen, reduziert aber unnötige Belastung durch schlechte Technik.

Klimmzüge

Bei jeder Wiederholung sollte das Kinn klar über die Stange kommen. Je nach Box gelten zusätzliche Standards für den Start aus vollständig gestreckten Armen. Wer keine stabilen Klimmzüge beherrscht, kann auf Ring Rows oder bandunterstützte Klimmzüge ausweichen.

Liegestütze

Der Oberkörper wird kontrolliert abgesenkt, während die Arme am Ende wieder gestreckt sind. Viele Athleten verlieren hier früh ihre Körperspannung und lassen die Hüfte durchhängen. Kleine, saubere Sätze sind meist effektiver als ein ehrgeiziger Start mit zu vielen Wiederholungen.

Kniebeugen

Bei den Air Squats sinkt die Hüfte mindestens bis unter die Höhe der Knie und die Bewegung endet im aufrechten Stand. Die Knie sollten der Richtung der Zehen folgen. Gerade nach vielen Liegestützen wirken die Kniebeugen leicht, doch 300 Wiederholungen fordern die Beine und den Kreislauf erheblich.

Die beste Aufteilung für ein kontrolliertes Tempo

Die bekannteste Strategie sind 20 Runden mit 5 Klimmzügen, 10 Liegestützen und 15 Kniebeugen. Diese Struktur ergibt exakt die vorgeschriebenen 100, 200 und 300 Wiederholungen. Sie verteilt die Belastung gleichmäßig und verhindert, dass ein einzelner Übungsblock zu früh die Schultern oder Arme überlastet.

Strategie Geeignet für Risiko
20 x 5-10-15 Die meisten trainierten Athleten Geringer, wenn die Sätze deutlich unter dem Maximum bleiben
10 x 10-20-30 Athleten mit guter lokaler Ausdauer Höhere Gefahr, bei den Liegestützen früh einzubrechen
Kleine Mischsätze Einsteiger und Athleten mit wenig Klimmzugreserve Mehr Übergänge, aber bessere Bewegungskontrolle

Meine klare Empfehlung ist, die ersten Runden absichtlich zu langsam zu beginnen. Bei den Klimmzügen sollte ein Satz nicht bis zum Muskelversagen gehen. Sobald die Wiederholungen nur noch mit Schwung oder schlechtem Bewegungsumfang möglich sind, ist die gewählte Satzgröße zu hoch.

Auch beim Laufen lohnt sich Zurückhaltung. Die erste Meile sollte sich wie ein kontrollierter Dauerlauf anfühlen, nicht wie ein 1.600-Meter-Rennen. Ein gleichmäßiger Rhythmus spart Energie für die Mitte und macht den zweiten Lauf deutlich realistischer.

Welche Variante zu deinem Trainingsstand passt

Das vollständige Format ist kein sinnvoller Einstieg, wenn du noch keine regelmäßige Trainingsroutine hast. CrossFit sieht deshalb abgestufte Varianten vor. Für mich ist eine skalierte Version kein minderwertiger Ersatz, sondern die vernünftigere Trainingsentscheidung, wenn die volle Belastung die Technik zerstören würde.

Level Ablauf Für wen geeignet
Rx 1.600 m Lauf, 100 Klimmzüge, 200 Liegestütze, 300 Air Squats, 1.600 m Lauf Erfahrene Athleten mit stabiler Technik und ausreichender Ausdauer
Intermediate 1.600 m Lauf, 50 Klimmzüge, 100 Liegestütze, 150 Air Squats, 1.600 m Lauf Trainierte Einsteiger in die Herausforderung
Beginner 800 m Lauf, 10 Runden mit 5 Ring Rows, 10 erhöhten oder knienden Liegestützen und 15 Air Squats, 800 m Lauf Neueinsteiger oder Personen mit begrenzter Zugkraft

Eine weitere sinnvolle Möglichkeit ist ein halbes Murph-Workout mit 800 Metern Laufen, 50 Klimmzügen, 100 Liegestützen, 150 Kniebeugen und erneut 800 Metern. Bei Schulterproblemen können Ring Rows die Klimmzüge ersetzen. Bei fehlender Liegestützkapazität hilft eine erhöhte Position an einer stabilen Box besser als erzwungene Wiederholungen auf dem Boden.

Wer Schmerzen in der Schulter, im Ellenbogen, Handgelenk oder Knie verspürt, sollte nicht einfach das Tempo reduzieren und weitermachen. Schmerz ist kein normales Skalierungsproblem. In diesem Fall ist eine fachkundige Abklärung sinnvoll, besonders wenn die Beschwerden bereits vor dem Training bestanden haben.

So bereitest du dich auf die Belastung vor

Für eine gute Vorbereitung brauchst du keine täglichen Maximaltests. Entscheidend sind regelmäßige Einheiten für Laufleistung, Zugkraft, Druckausdauer und Kniebeugen. Ein Zeitraum von vier bis sechs Wochen reicht vielen Freizeitsportlern, um die Belastung deutlich besser zu vertragen, sofern sie bereits eine solide Grundlage mitbringen.

Lesen Sie auch: Dips - Wie viele Wiederholungen sind wirklich gut?

Ein einfacher Wochenrahmen

  • Ein Lauftag: 20 bis 40 Minuten locker laufen oder Intervalle mit kontrollierter Intensität.
  • Ein Krafttag: Klimmzüge oder Ring Rows, Liegestütze und Air Squats in mehreren kleinen Sätzen.
  • Ein gemischter Tag: kurze Laufabschnitte kombiniert mit moderaten Wiederholungszahlen.

In den ersten zwei Wochen würde ich die Gesamtmenge bewusst niedrig halten und vor allem die Sätze gleichmäßig gestalten. In den folgenden Wochen können die Wiederholungen schrittweise steigen, während die Pausen kürzer werden. Eine Gewichtsweste gehört erst dann in die Vorbereitung, wenn die unbeschwerte Version technisch sicher und ohne lange Erholungsprobleme gelingt.

Ein gutes Trainingssignal ist nicht nur eine bessere Zeit. Wenn du dieselbe Anzahl an Wiederholungen mit weniger Pausen, stabiler Technik und normaler Erholung bewältigst, bist du ebenfalls deutlich fitter geworden. Genau diese Entwicklung wird von vielen unterschätzt, weil sie auf der Stoppuhr nicht sofort sichtbar ist.

Die häufigsten Fehler bei der Herausforderung

Der größte Fehler ist ein zu schneller Beginn. Wer den ersten Lauf sprintet oder die ersten Klimmzüge in großen Sätzen absolviert, bezahlt dafür oft mit langen Pausen in der Mitte. Das Training wird dadurch nicht härter im guten Sinn, sondern nur unkontrollierter.

  • Zu große Anfangssätze: Starte mit Wiederholungen, die du auch nach zehn Runden noch sauber schaffen kannst.
  • Fehlende Flüssigkeit: Bei Wärme und langen Belastungen solltest du Trinkmöglichkeiten einplanen, statt erst bei starkem Durst zu reagieren.
  • Keine Vorbereitung der Hände: Eine raue Stange, Schweiß und viele Klimmzüge können Blasen begünstigen. Griff und Haut sollten vorher getestet werden.
  • Weste aus Ehrgeiz: Das Zusatzgewicht erhöht jede Wiederholung und besonders die Belastung auf Schultern, Ellenbogen und Knie.
  • Zu frühe Wiederholung: Nach der Einheit brauchen viele Athleten mindestens 48 Stunden, bevor sie wieder hart trainieren.

Auch die Regeneration gehört zur Leistung. Eine eiweißreiche Mahlzeit, ausreichend Flüssigkeit, Schlaf und lockere Bewegung am Folgetag helfen mehr als ein weiterer harter Test. Bei ungewöhnlich starken Muskelschmerzen, deutlicher Schwäche, Schwellungen oder sehr dunklem Urin sollte medizinische Hilfe gesucht werden.

Was nach dem letzten Lauf wirklich zählt

Das Murph-Workout ist kein Pflichtbeweis für Fitness und auch kein Test, den man jedes Wochenende wiederholen muss. Es funktioniert am besten als seltene Benchmark, an der sich Ausdauer, Kraftausdauer und Pacing über längere Zeit vergleichen lassen.

Ich würde die Version wählen, bei der du die Bewegungen kontrollierst und den zweiten Lauf noch mit vertretbarer Technik beenden kannst. Eine klug skalierte Einheit bringt dich weiter als ein heroischer Versuch, nach dem du wochenlang Schulter- oder Knieprobleme mit dir herumträgst.

Wer den sportlichen und historischen Gedanken ernst nimmt, muss nicht die schwerste Variante wählen. Respekt vor der Herausforderung zeigt sich auch darin, die eigene Leistungsgrenze ehrlich einzuschätzen, sauber zu trainieren und den Körper nicht für eine einzelne Zeitmessung zu übergehen.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Das Workout beginnt mit 1.600 Metern Laufen, gefolgt von 100 Klimmzügen, 200 Liegestützen und 300 Air Squats. Zum Abschluss werden erneut 1.600 Meter gelaufen. Die Einheit wird auf Zeit absolviert und kann mit einer Gewichtsweste von etwa 6,4 oder 9,1 Kilogramm durchgeführt werden, wenn Technik und Belastbarkeit ausreichen.

Bewährt haben sich 20 Runden mit jeweils 5 Klimmzügen, 10 Liegestützen und 15 Kniebeugen. Die Sätze sollten deutlich unter dem Muskelversagen bleiben, damit die Technik stabil bleibt. Ein zu schneller erster Lauf oder zu große Anfangssätze führen häufig zu langen Pausen in der Mitte.

Eine Beginner-Variante besteht aus 800 Metern Laufen, 10 Runden mit jeweils 5 Ring Rows, 10 erhöhten oder knienden Liegestützen und 15 Air Squats sowie weiteren 800 Metern Laufen. Alternativ sind 50 Klimmzüge, 100 Liegestütze und 150 Kniebeugen mit verkürzten Laufstrecken möglich. Ring Rows und erhöhte Liegestütze helfen, die Bewegungsqualität zu erhalten.

Die Gewichtsweste sollte erst eingesetzt werden, wenn die unbeschwerte Version technisch sicher und ohne ungewöhnlich lange Erholungszeit gelingt. Das Zusatzgewicht erhöht die Belastung bei jeder Wiederholung, besonders für Schultern, Ellenbogen und Knie. Bei bestehenden Schmerzen sollte das Training nicht einfach fortgesetzt, sondern fachkundig abgeklärt werden.

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Franco Bartels

Mein Name ist Franco Bartels, und ich bringe 13 Jahre Erfahrung im Bereich aktiver Lifestyle, Fitness und Sportmode mit. Meine Leidenschaft für diesen Bereich begann schon in meiner Jugend, als ich die positiven Auswirkungen von Bewegung und gesunder Ernährung auf meinen Alltag entdeckte. Ich schreibe über Themen, die mir am Herzen liegen, wie die neuesten Trends in der Sportmode und Tipps für einen aktiven Lebensstil. In meinen Artikeln lege ich großen Wert darauf, Informationen klar und verständlich zu präsentieren. Ich recherchiere gründlich, vergleiche verschiedene Quellen und versuche, komplexe Themen zu vereinfachen, damit jeder Leser die Informationen leicht nachvollziehen kann. Mein Ziel ist es, nützliche und aktuelle Inhalte zu liefern, die meinen Lesern helfen, ihre Fitnessziele zu erreichen und einen aktiven Lebensstil zu pflegen.

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