adidas Nachhaltigkeit im Check - Materialien, Klimaziele und Grenzen

adidas Nachhaltigkeit: Ein Aufruf, Plastikmüll zu beenden. Das Bild zeigt eine Collage aus Plastikabfällen, die die Umwelt belasten.

Geschrieben von

Philip Jäger

Veröffentlicht am

20. Sept. 2026

Inhaltsverzeichnis

Wer neue Laufschuhe, Trainingskleidung oder Sneaker kauft, möchte heute oft mehr wissen als nur Größe und Design. Entscheidend ist, welche Materialien eingesetzt werden, wie adidas Emissionen und Wasserverbrauch senkt und ob aus einem gebrauchten Produkt tatsächlich wieder etwas Neues entstehen kann. Ich ordne die Nachhaltigkeitsstrategie von adidas anhand aktueller Ziele und Zahlen ein und zeige, worauf man beim Kauf nachhaltiger Sportmode wirklich achten sollte.

Die wichtigsten Fakten zeigen Fortschritte und offene Baustellen

  • 9 Prozent weniger CO2-Intensität pro Produkt im Vergleich zur Basis von 2022.
  • 99 Prozent recyceltes Polyester im Produktsortiment, aber noch keine vollständige Umstellung.
  • 60 Prozent der verwendeten Materialien waren 2025 recycelt oder nachhaltig erneuerbar beschafft.
  • 100 Prozent zertifizierte Baumwolle aus unabhängigen Standards gehören inzwischen zum Anspruch.
  • Kreislaufdesign und Textil-zu-Textil-Recycling sollen in den kommenden Jahren stärker skaliert werden.

Was adidas unter Nachhaltigkeit versteht

Bei adidas geht Nachhaltigkeit deutlich über ein einzelnes Produktlabel hinaus. Die Strategie umfasst Klimaschutz, Materialien, Kreislaufwirtschaft, Wasser, Chemikalien und Biodiversität. Das ist wichtig, weil die größten Umweltwirkungen nicht erst im Geschäft oder beim Versand entstehen, sondern bereits bei der Herstellung von Fasern, Sohlen, Farben und Leder.

Ich halte diesen ganzheitlichen Blick für sinnvoll. Ein Schuh aus recyceltem Obermaterial ist nicht automatisch nachhaltig, wenn seine Herstellung viel Energie benötigt, die Sohle kaum reparierbar ist und das Produkt nach kurzer Nutzung im Restmüll landet. Erst das Zusammenspiel mehrerer Maßnahmen macht einen Unterschied.

Die Marke arbeitet dabei mit eigenen Vorgaben und externen Standards. Dazu gehören unter anderem der Global Recycled Standard, der Recycled Claim Standard, GOTS, OCS, RDS und der Leather Working Group Standard. Solche Zertifikate sind kein Freifahrtschein, helfen aber dabei, Materialangaben und Lieferketten besser zu überprüfen.

Beim Klimaschutz zählen messbare Ziele

Der wichtigste Klimaschutzhebel liegt für einen Sportartikelhersteller in der Lieferkette. adidas lässt den größten Teil seiner Produkte von unabhängigen Partnern fertigen. Deshalb reichen effiziente Büros oder klimafreundliche Filialen allein nicht aus. Entscheidend sind erneuerbare Energie in Fabriken, der Ausstieg aus Kohle, effizientere Prozesse und Materialien mit einem geringeren CO2-Fußabdruck.

Nach Angaben des adidas Group Sustainability Hub lag die CO2-Intensität pro Produkt bei 5,87 Kilogramm CO2-Äquivalenten. Gegenüber dem Ausgangswert von 6,45 Kilogramm aus 2022 entspricht das einer Reduktion von 9 Prozent. Dieses Zwischenziel wurde erreicht, wobei adidas vor allem auf erneuerbare Energie, weniger Kohle in der Lieferkette und emissionsärmere Materialien setzt.

Bereich Aktueller Stand Was dahintersteckt
CO2-Intensität pro Produkt 5,87 kg CO2e 9 Prozent weniger als auf Basis des Jahres 2022
Eigene Emissionen und eingekaufte Energie 22 Prozent Reduktion Zwischenstand auf dem Weg zum Ziel von 70 Prozent bis 2030
Langfristiger Klimaplan Netto-Null bis 2050 Weniger Emissionen in eigenen Standorten und der gesamten Wertschöpfungskette

Die Zahl zur Produktintensität sollte man trotzdem richtig einordnen. Sie beschreibt die Emissionen pro Produkt und nicht automatisch die gesamten Emissionen des Konzerns. Wenn mehr Produkte verkauft werden, kann die absolute Belastung trotz besserer Einzelwerte weiter steigen. Für mich ist deshalb die Kombination aus Intensitätswerten und absoluten Emissionen aussagekräftiger als eine einzelne Prozentzahl.

Recycelte Materialien sind ein wichtiger, aber nicht der ganze Schritt

Ein Paar weiße und türkisfarbene Laufschuhe, die aus recyceltem Meeresplastik gefertigt sind, symbolisieren adidas Nachhaltigkeit.

Polyester ist das am häufigsten verwendete Material im adidas-Sortiment. 2025 stammten nach Unternehmensangaben 99 Prozent des eingesetzten Polyesters aus recycelten Quellen. Das senkt den Bedarf an neuem Erdöl und ist bei großen Produktmengen ein relevanter Hebel.

Die Einschränkung liegt in der Herkunft des Recyclingmaterials. Ein Teil des recycelten Polyesters basiert weiterhin auf gebrauchten Kunststoffflaschen. Das ist besser als neues Polyester, führt aber noch nicht zu einem geschlossenen Textilkreislauf. adidas arbeitet deshalb an einem Wechsel hin zu recycelten Textilabfällen als Ausgangsmaterial.

Bei Baumwolle setzt die Marke auf unabhängige Zertifizierungen. Der Anspruch von 100 Prozent zertifizierter Baumwolle wurde erneut erfüllt. Je nach Produkt kann es sich dabei um Bio-Baumwolle, recycelte Baumwolle oder andere zertifizierte Baumwollsysteme handeln. Für den Käufer bedeutet das mehr Transparenz, aber nicht, dass der Anbau ohne Wasserverbrauch, Düngemittel oder soziale Risiken auskommt.

Insgesamt waren 2025 rund 60 Prozent der für Produkte und Verpackungen verwendeten Materialien recycelt oder nachhaltig erneuerbar. Diese Zahl klingt stark, umfasst aber verschiedene Materialgruppen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Recyceltes Polyester, Naturfasern, Gummi, EVA und Leder lassen sich nicht gleich bewerten.

Meine wichtigste Faustregel lautet deshalb: Ich schaue nicht nur auf das Wort „recycelt“, sondern auf Materialanteil, Zertifizierung, Haltbarkeit und spätere Verwertung. Ein langlebiger Schuh, der regelmäßig getragen und gepflegt wird, kann ökologisch sinnvoller sein als ein kurzlebiges Modell mit einem besonders auffälligen Nachhaltigkeitslabel.

Wie adidas Kreislaufwirtschaft praktisch voranbringen will

Kreislaufwirtschaft bedeutet, den Wert eines Produkts und seiner Materialien möglichst lange zu erhalten. Dazu gehören langlebiges Design, Reparatur, Wiederverkauf, Rücknahme und Recycling. adidas testet in verschiedenen Märkten unter anderem Reinigungsangebote, Mietmodelle und Rücknahmeprogramme. Die konkrete Verfügbarkeit hängt jedoch vom Land und vom jeweiligen Produkt ab.

Made to Be Remade

Ein bekanntes Beispiel ist das Konzept Made to Be Remade. Dabei werden Produkte so gestaltet, dass ihre Materialien am Ende der Nutzung leichter getrennt und erneut eingesetzt werden können. Der Ansatz setzt auf möglichst wenige Materialmischungen und auf Konstruktionen, die den Recyclingprozess vereinfachen.

Das klingt überzeugend, ist in der Praxis aber anspruchsvoll. Sportschuhe bestehen häufig aus miteinander verklebten Schichten, Schaumstoffen, Gummi, Textilien und Verstärkungen. Selbst wenn einzelne Komponenten recycelbar sind, fehlt vielerorts noch die Infrastruktur, um sie wirtschaftlich und in großer Menge zurückzugewinnen.

Textil-zu-Textil-Recycling

Bis 2030 sollen 10 Prozent des adidas-Polyesters aus recycelten Textilabfällen stammen. Erste Produkte mit diesem Ansatz sind für 2026 vorgesehen. Der Vorteil liegt darin, dass alte Kleidungsstücke direkt wieder zu Fasern für neue Textilien werden können, anstatt nur Kunststoffflaschen als Rohstoff zu verwenden.

Für Verbraucher bleibt trotzdem entscheidend, Kleidung möglichst lange zu nutzen. Rückgabe und Recycling sind sinnvoll, aber sie ersetzen nicht die erste und effektivste Maßnahme: weniger kaufen, besser auswählen und länger tragen. Genau hier wird nachhaltige Sportmode alltagstauglich.

Wasser, Chemikalien und Natur gehören zur Bilanz

Die Umweltwirkung eines Sportartikels endet nicht bei den Treibhausgasen. Färben, Waschen, Gerben und Ausrüsten benötigen Wasser und Chemikalien. In den Produktionsbetrieben können schlecht behandelte Abwässer Gewässer belasten. Deshalb arbeitet adidas mit Lieferanten an Wasserverbrauch, Abwasserqualität und dem Einsatz sichererer Chemikalien.

Die Wasserintensität wasserintensiver Produktionsstätten wurde laut Nachhaltigkeitsbericht 2025 um 43 Prozent reduziert. Gleichzeitig gilt seit 2026 ein neues Ziel, bis 2030 bei Tier-1- und Tier-2-Lieferanten eine Wasserrecyclingquote von 40 Prozent zu erreichen. Tier 1 bezeichnet dabei die direkte Fertigung, Tier 2 unter anderem vorgelagerte Prozesse wie Färben und Materialverarbeitung.

Bei der Abwasserqualität erreichten 90 Prozent der relevanten Lieferanten mindestens das grundlegende Niveau der ZDHC-Wasserleitlinien. Bei der Chemikaliensteuerung lag der Wert jedoch bei 75 Prozent und damit unter dem Ziel von 80 Prozent. Gerade solche Abweichungen sind aufschlussreich, weil sie zeigen, dass Nachhaltigkeitsprogramme nicht automatisch in jedem Bereich gleich weit fortgeschritten sind.

Auch Biodiversität spielt eine größere Rolle. adidas will unter anderem Rohstoffe aus gefährdeten Arten ausschließen und eine entwaldungsfreie Beschaffung von Leder aufbauen. Leder, Naturkautschuk und Holz gehören zu den Materialien, bei denen Herkunft, Landnutzung und Rückverfolgbarkeit besonders wichtig sind.

So bewerte ich ein nachhaltigeres adidas-Produkt beim Kauf

Wer Sportmode für Laufen, Fitness oder den Alltag kauft, muss keine komplizierte Ökobilanz erstellen. Ein kurzer Prüfprozess reicht meistens aus. Ich gehe dabei in dieser Reihenfolge vor:

  1. Produkt lange nutzen: Prüfe zuerst Passform, Stabilität und Einsatzbereich. Ein Fehlkauf ist selten nachhaltig, selbst wenn das Produkt recycelte Materialien enthält.
  2. Materialangaben lesen: Achte darauf, welcher Anteil tatsächlich recycelt oder zertifiziert ist. „Enthält recycelte Materialien“ kann je nach Produkt nur einen kleinen Bestandteil betreffen.
  3. Zertifikate einordnen: GRS, RCS, GOTS, OCS, RDS oder LWG geben Hinweise auf Herkunft und Kontrolle. Sie stehen jedoch jeweils für unterschiedliche Kriterien.
  4. Materialmix beachten: Ein einfach aufgebautes Produkt lässt sich meist leichter reparieren oder recyceln als ein komplexer Mix aus vielen fest verbundenen Materialien.
  5. Pflege verlängert die Lebensdauer: Niedrige Waschtemperaturen, weniger Waschgänge und Lufttrocknen schonen Textilien und sparen Energie.

Bei Laufschuhen darf die Nachhaltigkeit nicht zulasten der Funktion gehen. Ein Trainingsschuh muss zu Fuß, Laufstil und Untergrund passen. Verletzungsrisiko und kurze Nutzungsdauer wiegen schwerer als ein kleiner Vorteil beim Material, wenn das Modell für den eigenen Einsatz ungeeignet ist.

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Was grüne Produktversprechen nicht leisten

Ein recyceltes Obermaterial sagt nichts Sicheres über Arbeitsbedingungen, Transport, Haltbarkeit oder die Entsorgung aus. Auch ein biologisch basiertes Material ist nicht automatisch besser, wenn dafür problematische Anbauflächen oder zusätzliche Verarbeitung nötig sind.

Ich würde deshalb einzelne Begriffe nie isoliert bewerten. Aussagekräftiger ist das Gesamtbild aus konkreter Materialangabe, unabhängiger Zertifizierung, realistischer Lebensdauer und nachvollziehbaren Unternehmenszielen.

Was ich aus den Zahlen für einen bewussten Sportkleiderschrank ableite

Die Nachhaltigkeitsarbeit von adidas zeigt messbare Fortschritte, besonders bei recyceltem Polyester, zertifizierter Baumwolle, Klimazielen und Wassermanagement. Gleichzeitig bleiben Kreislaufwirtschaft, absolute Emissionen, Chemikalien und die Rückführung gebrauchter Schuhe anspruchsvolle Aufgaben.

Für mich ist die faire Bewertung weder ein pauschales Lob noch eine komplette Ablehnung. Wer ein passendes Produkt lange trägt, es pflegt und auf nachvollziehbare Materialangaben achtet, trifft bereits eine bessere Entscheidung. Die Marke kann dafür wichtige Rahmenbedingungen schaffen, aber die längste Nutzungsdauer bleibt oft der wirksamste Beitrag.

Häufig gestellte Fragen

Die CO2-Intensität pro Produkt liegt bei 5,87 Kilogramm CO2e und damit 9 Prozent unter dem Ausgangswert von 2022. Eigene Emissionen und eingekaufte Energie wurden um 22 Prozent reduziert. Langfristig strebt adidas Netto-Null-Emissionen bis 2050 an.

99 Prozent des eingesetzten Polyesters stammen aus recycelten Quellen. Ein Teil basiert jedoch weiterhin auf gebrauchten Kunststoffflaschen und kommt daher noch nicht aus einem geschlossenen Textilkreislauf. Bis 2030 sollen 10 Prozent des Polyesters aus recycelten Textilabfällen stammen.

Prüfe zuerst Passform, Stabilität und den geplanten Einsatz, damit das Produkt lange genutzt werden kann. Danach helfen genaue Materialangaben, Zertifikate wie GRS, RCS, GOTS, OCS, RDS oder LWG sowie ein möglichst einfacher Materialmix. Niedrige Waschtemperaturen und Lufttrocknen verlängern zusätzlich die Lebensdauer.

Die Wasserintensität wasserintensiver Produktionsstätten wurde um 43 Prozent reduziert. Bis 2030 soll bei Tier-1- und Tier-2-Lieferanten eine Wasserrecyclingquote von 40 Prozent erreicht werden. 90 Prozent der relevanten Lieferanten erfüllten grundlegende ZDHC-Anforderungen an die Abwasserqualität, bei der Chemikaliensteuerung lag der Wert bei 75 Prozent gegenüber einem Ziel von 80 Prozent.

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adidas recycling klimaschutz kreislaufwirtschaft wasserverbrauch

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Philip Jäger

Philip Jäger

Mein Name ist Philip Jäger und ich habe vier Jahre Erfahrung im Bereich aktiver Lifestyle, Fitness und Sportmode. Schon früh entwickelte ich eine Leidenschaft für alles, was mit Bewegung und gesunder Lebensweise zu tun hat. Diese Begeisterung hat mich dazu motiviert, mich intensiver mit Sportmode zu beschäftigen, insbesondere mit den neuesten Trends und deren Einfluss auf unser Wohlbefinden. In meinen Artikeln möchte ich nicht nur aktuelle Entwicklungen und Produkte vorstellen, sondern auch komplexe Themen verständlich aufbereiten. Dabei lege ich großen Wert darauf, Informationen sorgfältig zu prüfen und verschiedene Perspektiven zu vergleichen, um meinen Lesern eine fundierte Grundlage zu bieten. Mein Ziel ist es, nützliche und präzise Inhalte zu schaffen, die sowohl inspirieren als auch informieren.

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